NEUE MITTELLAND ZEITUNG

29. September 2000

Beat Waldmeier

 

Die einzigartige Technik

Vier Künstler in Koppigen

 

Vier Künstler eröffnen, heute ihre Ausstellung in der Galerie Bouvrot in Koppigen. Sie verkörpern eigene Stile und auch Lebenshaltungen.

KOPPIGEN.

Qualitativ guten Künstlern Raum geben - das ist der Anspruch von Marcel und Alain Bouvrot in ihrer Galerie in Koppigen. Die bisherigen Künstlerinnen und Künstler konnten' diesen Anspruch erfüllen und auch die neuste, Ausstellung, welche heute ab 18 Uhr mit der Vernissage eröffnet wird, bietet wiederum interessante, anregende und auch sehr unterschiedliche Kunst, aber auch spannende Leute dahinter.

 

Die Feinheiten der Malerei

Weltweit einzigartig ist die Technik des gebürtigen Zürchers und Wahl-Thuners Hanspeter Bertschinger-Schneider. Seine Knüpfkunst verlange mehr als nur Technik, nämlich auch eine geistige Präsenz, erklärt er im Gespräch. Die geknüpften Muster sehen einem Scherenschnitt ähnlich, allerdings verlangt schon allein die Farbgebung mehr. Seine Werke entstehen von der Mitte aus mit vielen, teils feinen Fäden und spiegeln sich dann doppelt. Für Bertschinger ist die Knüpfkunst eine Art Meditation. Man müsse einerseits sehr konzentriert sein und andererseits könne man seine Gedanken schweifen lassen. Pro Werk wendet er 40 Stunden oder mehr auf.

Seine Frau Irene Bertschinger beschäftigt sich ebenfalls mit der Knüpfkunst, doch in Koppigen stellt sie Plastiken aus. «Ich verbinde Steine», erläutert sie. Es ist eine feine Kunst, denn diese Steine sind sehr fein bemalt und es braucht ein genaues Hinsehen, um die Feinheiten ihrer Arbeit zu entdecken. Auch für sie hat ihre Kunst sehr stark mit Charakter- und Persönlichkeitsschulung zu tun. Beide stellen zum ersten Mal ihre Kunst in einer Galerie aus und sind gespannt auf die Reaktionen.

 

«Interessant ist die Resonanz»

Für die gebürtige Herzogenbuchserin EI Guggisberg ist es die erste Ausstellung, obwohl sie schon seit längerem malt. Die 30-jährige Primarlehrerin in Zollbrück zeigt farbige Bilder, die horizontal-vertikal geprägt sind, nachdem sie früher verschlungene Bilder gemalt hatte. Ihr gehe es weniger um den Verkauf der Bilder als um die Resonanz des Publikums. «Meine Bilder haben keine Titel und mich interessiert, was die Leute darin sehen»

Die Vierte im Bunde ist die Thunerin Regula Maurer. Die 27-jährige Psychologiestudentin fand über die Fotografie zur Malerei. Nach Versuchen in verschiedenen Richtungen fand sie ihren Stil, das «Structural Brushing». Ihre gesprayten Bilder haben eine starke inhaltliche und farbliche Ausdruckskraft.

 

Die Vernissage in der Galerie Bouvrot in Koppigen findet heute Freitag, 29.September, von 18-22 Uhr statt. Die Ausstellung ist auch zu sehen am 1. Oktober von 13 bis 18 Uhr, und jeweils am Mittwoch und Freitag, 17 bis 19 Uhr, oder nach Absprache. Sie dauert bis am 30. November 2000.

Weitere Informationen unter www.bouvrot.ch