Ein Interview mit Bruno Keller über seine Ausstellung "Zauber der Farbe"  in der Galerie Bouvrot, Koppigen

 

Bruno, ich fühle mich schon recht daheim in Deiner Ausstellung "Zauber der Farbe" in der Galerie Bouvrot in Koppigen.

Was bedeuten Dir eigentlich Farben ?

 

Sehr viel. Allerdings müssen Sie dezent und für mein Empfinden richtig eingesetzt sein.

 

Anders gesagt, sie müssen auch Deinen ästhetischen Ansprüchen genügen.

 

Richtig. Aber nicht nur. Bei meiner Malerei sind Farben auch Ausdrucksmittel. Vielfach erfolgt die Wahl gefühlsmässig, manchmal auch stimmungsabhängig.

Zum Beispiel beim Bild "Red Fire" habe ich die rote Farbe, die hier für Feuer und Dynamik steht, als Spannungskontrast zu den eher ruhig daherkommenden Figuren gewählt.

 

Deine Malerei kann man als expressiv bezeichnen ?

 

Ja, eigentlich ist es Ausdrucksmalerei, bei der die Stimmung im Vordergrund steht. Diese Art des Malens lässt für die Interpretation sehr viel offen. Persönlich finde ich das wichtig, wird doch ein Bild erst mit dem Betrachten richtig fertig.

 

Die letzte Bemerkung provoziert unweigerlich die Frage: Wann fängt bei Dir ein neues Bild an, wann ist es für Dich fertig ?

 

Eine echt schwierige Frage. Beginnen tut ein Bild eigentlich immer mit der berühmten weissen Leinwand. Der Entschluss, Menschen oder Landschaften zu malen, erfolgt meistens spontan, ebenfalls die Farbenwahl. Das mag wohl auf den ersten Blick erstaunen ist aber logisch, bin ich doch das was man als "Ateliermaler" bezeichnet. Ich versuche, meine zahlreich gewonnenen und gespeicherten Eindrücke und Empfindungen ohne reale Vorlage auf die Leinwand zu bannen.

Zum zweiten Teil der Frage: Ein Bild zu beenden, ist wohl etwas vom Schwersten. Es gilt zu entscheiden, wann Form, Farbe und Aussage für mich und hoffentlich auch für den Betrachter stimmen.

 

Wenn ich mich in Deiner eigenwilligen Welt der Farben umschaue, sehe ich Menschen und Landschaften. In welcher Beziehung stehen diese – also die Menschen und die Landschaften – zueinander ?

 

Im Prinzip sind beides innere Landschaften, stark abhängig von meiner jeweiligen Seelenstimmung. Der Mensch als suchendes Wesen, mit der Frage: woher – wohin ? Die Landschaft hingegen als Raum von Begebenheiten.

 

Mehr oder weniger das Erforschen der Innenwelt ?

 

Ja, das kann man wahrscheinlich auch so sagen. Der Schriftsteller macht es durch Schreiben, ich versuche es mit meinen Bildern.

 

Liege ich richtig mit der Feststellung, dass sich Deine Bilder innerhalb der letzten 1 bis 2 Jahren verändert haben ?

 

Stimmt, ich bemühe mich ständig neue Wege zu finden. Die neuesten Bilder, die Du in der Eingangshalle findest, zeigen Dir recht deutlich das Ergebnis meiner Suche nach Vereinfachung, nach genaueren Formen und Konturen, nach klarerer Ausdrucksweise auch.

 

Bruno Keller – ich will mich jetzt noch ein wenig tiefer in die Bilder Deiner Ausstellung versenken. Über Deinen Lebenslauf und Deinen malerischen Weg möchte ich Dich an dieser Stelle nicht auch noch befragen. Das alles ist ja schliesslich aus Deiner Homepage bei der Galerie Bouvrot ersichtlich.

Ich danke Dir für Deine Aussagen und wünsche Dir auch in Zukunft nie versiegende Kreativität.